Auf die Kennennung kommt es an
Die Wortwahl auf der Verpackung macht häufig den Unterschied zwischen Wegwerfen und Weiternutzen. Die italienischen Hinweise „Da consumarsi preferibilmente entro“ (mindestens haltbar bis) und „Da consumarsi entro“ (zu verbrauchen bis) meinen nicht dasselbe. Ersterer Begriff bezieht sich auf das Datum, bis zu dem die organoleptischen Eigenschaften (z. B. Geschmack und Konsistenz) optimal sind. Nach Ablauf dieses Datums kann das Produkt oft noch gegessen werden, ohne die Gesundheit zu gefährden. Laura De Gara sagt dazu: ‘Nach diesem Datum könnte das Lebensmittel einen Teil dieser Eigenschaften verlieren, ohne jedoch gefährlich für unsere Gesundheit zu werden.’
Der zweite Hinweis dagegen ist bindend: Nach dem angegebenen Datum kann von einem Gesundheitsrisiko ausgegangen werden, besonders bei frischen oder wasserreichen Produkten. Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Fertiggerichte sind hier besonders anfällig für krankheitserregende Bakterien wie Salmonella, Listeria und Escherichia coli.
Mit den Sinnen prüfen
Bei der Einschätzung, ob ein Lebensmittel noch genießbar ist, sind Sicht, Geruch und gegebenenfalls Geschmack wichtige Werkzeuge. Laura De Gara betont: ‘Einige Lebensmittel können auch nach diesem Datum sicher verzehrt werden, vorausgesetzt sie wurden richtig gelagert und insbesondere wenn sie für ihre Zubereitung einem Kochprozess bei hohen Temperaturen unterliegen.’ Veränderungen in Farbe, unangenehmer Geruch oder Schimmel sind klare Warnzeichen — dann lieber weg damit.
Bei Unsicherheit kann eine kleine Geschmacksprobe helfen, doch sobald Zweifel bestehen, sollte man kein Risiko eingehen.
Tipps zum Lagern und Umgang
Um Verschwendung zu verringern und die Haltbarkeit zu verlängern, empfiehlt Laura De Gara, den Einkauf gut zu planen und immer eine Liste zu machen. Aufgetaute oder tiefgekühlte Waren verdienen besondere Vorsicht; geöffnete Verpackungen am besten in luftdichten Behältern aufbewahren.
Trockene Pasta und Reis bleiben bei richtiger Lagerung oft weit über das angegebene Datum hinaus genießbar. Honig ist dank seiner natürlichen antibakteriellen Eigenschaften praktisch unbegrenzt haltbar.
Bei einigen Lebensmitteln ist die Einschätzung aber schwieriger: Milch und Eier bergen ein höheres Risiko. Milch kann bei ungünstiger Lagerung besonders schnell schlecht werden — im Sommer steigt dieses Risiko noch einmal an. Laura De Gara warnt: ‘Milch ist ein hoch verderbliches Produkt und kann nach dem Ablaufdatum schädliche Bakterien entwickeln. Besonders in den warmen Jahreszeiten steigt dieses Risiko.’ Eier sollten ebenfalls möglichst bis zum angegebenen Datum verbraucht werden, um etwaige Besiedlung mit Salmonella zu vermeiden.
Vorplanung lohnt sich
Auf das Datum auf der Packung zu achten, kombiniert mit bewusster Lagerung und sorgfältiger Zubereitung, schützt die Gesundheit und reduziert gleichzeitig Lebensmittelverschwendung deutlich. Der verantwortungsvolle Umgang mit abgelaufenen Produkten ist sowohl eine persönliche als auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Jede:r kann die vorhandenen Informationen nutzen und so langfristig Vorteile erzielen.