Wie die Technik aussieht und wie weit der Bau ist
Die INS Aridhaman wird im Ship Building Centre (SBC) in Visakhapatnam gebaut und ist das größte Schiff, das bisher im Arihant-Klassen-Programm entstanden ist. Das Boot befindet sich in der Endphase der Tiefsee-Erprobungen; ein Einzug in die Flotte ist frühestens im April oder Mai 2026 geplant. Die Verdrängung liegt bei etwa 7.000 Tonnen — rund 1.000 Tonnen mehr als bei den Vorgängern INS Arihant und INS Arighaat.
Der Rumpf ist rund 130 Meter lang und bietet Platz für schwerere und längere Raketen. Das ist ein merklicher Fortschritt gegenüber früheren Einheiten der Arihant-Klasse. Acht vertikale Abschussrohre (VLS) erlauben, doppelt so viele Startkörper wie bei den älteren U-Booten mitzunehmen. Nach der Politik “Atmanirbhar Bharat” besteht die Konstruktion zu etwa 75 % aus indigenen Teilen.
Bewaffnung und was das Boot leisten kann
Die INS Aridhaman trägt ein beachtliches Raketenarsenal. Sie kann bis zu 24 K-15 Sagarika Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von rund 750 km aufnehmen. Zusätzlich ist Platz für bis zu acht K-4 Mittelstreckenraketen mit etwa 3.500 km Reichweite vorgesehen. In Zukunft könnten auch K-5 Langstreckenraketen mit rund 6.000 km Reichweite integriert werden, was die Einsatzmöglichkeiten weiter erweitern würde.
Als Antrieb dient ein kompakter Leichtwasserreaktor, CLWR-B1, mit einer Leistung von 83 MW. Die Technologie des Reaktors baut auf weiterentwickelten Druckwasser-Designs früherer Modelle auf, was zu geringerer Geräuschentwicklung und zu effizienterer Leistung führt.
Hydrodynamik: leiser Antrieb und Überlebensfähigkeit
Die hydrodynamischen Systeme wurden überarbeitet, um die akustische Signatur zu senken — wichtig für lange, getarnte SSBN-Patrouillen (SSBN = nuklear bestücktes ballistisches Raketen-U-Boot). Ein 7-Blatt-Propeller trägt ebenfalls zur Geräuschreduzierung bei. Die Oberflächengeschwindigkeit liegt bei etwa 28 km/h, die Unterwassergeschwindigkeit bei etwa 44 km/h.
Zur Erhöhung der Überlebensfähigkeit sind indische Sonarsysteme wie USHUS und Panchendriya an Bord. Zudem kommen anechoische Kacheln zum Einsatz, um das Sonarprofil zu minimieren. Diese Merkmale ermöglichen verdeckte Patrouillen auf hoher See und tragen zur langfristigen Abschreckungsfähigkeit bei.
Wer das Boot einsetzen wird und was noch kommt
Nach der Indienststellung wird die INS Aridhaman eines von drei SSBNs unter dem Strategic Forces Command sein. Es ist eine stabile Rotationsstruktur geplant: immer ein U-Boot auf Patrouille, ein weiteres einsatzbereit und das dritte in Wartung. So bleibt die Abschreckungsfähigkeit konstant und die Zweitschlagfähigkeit glaubhaft.
Die militärische Infrastruktur wird durch Project Varsha gestärkt — eine unterirdische Basis nahe Visakhapatnam, die zur Lagerung strategischer Güter gedacht ist. Chakra III, ein geleastes Akula-Klasse-Angriffsuboot, wird für 2027–2028 erwartet und soll die Ausbildung sowie Begleitpatrouillen unterstützen.
Die Entwicklung der INS Aridhaman steht für Indiens Bestreben nach größerer Selbstständigkeit in der Verteidigungstechnologie und für eine langfristige Sicherheitsplanung. Parallel laufen die Verhandlungen über das fortschrittliche U-Boot-Projekt-75(I) mit Deutschland weiter. Es bleibt spannend zu sehen, wie diese Neuerungen die Seestreitkräfte der Zukunft prägen werden.